CDU-Waldspaziergang: Welche Rolle spielt der Wald beim Klimawandel?

(FTP) Unter dem Motto „Welche Rolle spielt der Wald beim Klimawandel, wie können wir ihn schützen – und wie dürfen wir ihn nutzen?“ fand am 28. September in der Klosterrevierförsterei Garlstorfer Wald ein informativer Waldspaziergang unter Führung des Betriebsleiters Klosterkammerforstbetrieb/Klosterforsten Constantin von Waldthausen und Norbert Leben, Vize-Präsident Deutscher Forstwirtschaftsrat und Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen, statt.

Auf Einladung der vier CDU Ortsverbände Winsen, Egestorf, Hanstedt und Salzhausen nahmen gut 50 interessierte Besucherinnen und Besucher – unter anderem der CDU Bundestagsabgeordnete Michael Grosse-Brömer und der Landtagsabgeordnete André Bock – an dieser Veranstaltung teil.

Nach der Begrüßung durch Dr. Cornell Babendererde vom CDU Ortsverband Winsen setzte sich die Gruppe zum Waldspaziergang in Bewegung.

Das Pflanzen von Bäumen ist derzeit als konkrete Klimaschutzmaßnahme in aller Munde. Wälder als CO2-Speicher und als grüne Lunge scheinen die Lösung in der derzeit in der Gesellschaft sehr hitzig geführten Klimadebatte zu sein. 

Doch so gut und richtig die Ansätze dieser Debatte sind, so sehr gilt es, nicht in Aktionismus zu verfallen und einige wichtige Punkte zu berücksichtigen.

Aufgrund der extremen Witterungsbedingungen der letzten Jahre stehen die Waldbesitzer vor riesigen und zum Teil ganz neuen Herausforderungen. Windwurf, Borkenkäferbefall in bisher unbekanntem Ausmaß, Waldbrände, Eschentriebsterben, Schäden durch die Trockenheit der Jahre 2018 und 2019, Buchensterben, etc.

In der Folge befinden sich die Holzpreise auf niedrigstem Niveau, manche Sortimente werden kaum noch am Markt absetzbar und eine Kostendeckung schon jetzt nicht mehr zu erreichen. Große Flächen müssen unter widrigsten Bedingungen wieder aufgeforstet und Waldwege instandgesetzt werden. Die Liste der Schäden und Folgen ist lang und die Forstbetriebe sind – auch für die Folgejahre – wirtschaftlich stark geschädigt. 

Erschwert werden die Bemühungen der Waldbesitzer zusätzlich durch umfangreiche Naturschutzauflagen, so Norbert Leben, Vize-Präsident Deutscher Forstwirtschaftsrat und Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen.

In einem Nationalen Waldgipfel hat sich die Bundesregierung dieses Themas angenommen. Ein groß angelegtes, nachhaltiges Wiederaufforstungs- und Anpassungsprogramm mit standortangepassten Bäumen für robuste Mischwälder – dafür setzt sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ein. Angesichts der ernsten Lage des deutschen Waldes hat sie zum nationalen Waldgipfel eingeladen.

Zentrale Fragestellungen sind dabei: Welche zukunftsfähigen Baumarten sollen in Deutschland gepflanzt werden? Wie müssen Fördermaßnahmen für einen nachhaltigen Wald ausgestaltet sein? Und welche Leitplanken sind für die Holzverwendung zu setzen?

Hierfür bedarf es gemeinsamer Anstrengungen von Bund und Ländern. Die zusätzlichen Mittel, um den Waldumbau voranzutreiben und ihn als Klimaschützer zu erhalten, werden aus dem Klimaschutzprogramm 2030 kommen. Diese Mittel sollen 547 Millionen Euro in den kommenden vier Jahren betragen. Mit der Co-Finanzierung der Länder werden es rund 800 Millionen sein. Hier wird – so MdL André Bock – auch das Land Niedersachsen seinen Beitrag leisten.

Kurzfristige Hilfen für den Wald sind wichtig. Langfristig gilt es darüber hinaus, den Wald an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen.

Dazu gibt es zahlreiche Forschungsvorhaben. Aspekte dabei sind:

  • trockenheitstolerantere Baumarten zu pflanzen,
  • die Wasserspeicherfähigkeit der Waldböden zu verbessern,
  • Baumarten mit unterschiedlichen Ansprüchen und Eigenschaften zu mischen - etwa Bäume mit tieferen und flacheren Wurzelsystemen,
  • den Waldzustand, das Schadensrisiko und die Schädlingssituation zielgerichtet zu analysieren (Waldschutzmonitoring) und
  • die Waldhygiene deutlich zu intensivieren, zum Beispiel durch rasche Beseitigung von Brutmaterial für Schaderreger.

Bei allen Maßnahmen gilt es, diese schnell und unkompliziert umsetzen zu können. Umfangreiche und komplizierte Antragsverfahren müssen überwunden und durch vereinfachte und wirksame Wege ersetzt werden.

Nach einem etwa zweistündigen Waldspaziergang mit drei Fachvorträgen aus dem Bereich Wald und Klimaschutz endete die Veranstaltung mit einem intensiven Austausch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einer zünftigen Erbsensuppe.