Zusammenführen. Und zusammen führen.

Unter dieses Motto stellte die Kanzlerin den letzten Bundesparteitag dem sie als Parteivorsitzende vorstand. In den Hamburger Messehallen waren von den 1001 möglichen Delegierten 1000 tatsächlich erschienen, daneben rund 1500 Journalisten und ebenso viele Gäste. Zeitweise musste die Halle wegen Überfüllung geschlossen werden. Der Parteitag begann am Freitagmorgen mit der emotionalen und auch humorvollen Rede einer gelöst wirkenden Angela Merkel. Sie blickte zurück auf  ihre 18 jährige Amtszeit als Parteivorsitzende. 1990 begann ihre politische Karriere als Quereinsteigerin aus der Wissenschaft in den Bundestag. 10 Jahre später - im Jahr 2000 ergriff sie in einer schweren Krisenzeit rund um die s.g. Schwarzgeldaffäre den Parteivorsitz. Unter ihrer Führung öffnete sich die CDU hin zu einer modernen Partei, die den gesellschaftlichen Wandel des 21. Jahrhunderts mit vollzog und gestaltete.

Delegierte und Gäste dankten es der Vorsitzenden am Ende der Rede mit minutenlangen stehenden Ovationen und auch die eine oder andere Träne wurde heimlich verdrückt.

 

Dann ging es rasch um die Frage, wer die Nachfolge von Angela Merkel als Parteivorsitzende antreten sollte.  Spannung lag in der Luft, denn viele Delegierte waren auch nach den Regionalkonferenzen noch unschlüssig. Entsprechend herrschte gebannte Stille bei den Reden von Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn. AKK – wie Annegret Kramp-Karrenbauer bereits liebevoll von allen genannt wird – machte den Anfang, hielt wohl die beste Rede ihres Lebens und erntete tosenden Beifall. Friedrich Merz begann verhalten, steigerte sich aber innerhalb seiner Rede deutlich und wurde ebenfalls mit viel Applaus belohnt. Jens Spahn wusste, dass seine Kandidatur ohne Aussicht war und ging in seiner Rede auch darauf ein. Trotzdem erläuterte auch er sympathisch seine Vorstellungen für die CDU von morgen und bekam ebenfalls viel Beifall. Dann stand eine schwierige Entscheidung für die Delegierten an. Zwei Dinge wurden vielfach positiv angemerkt:

1.     Oftmals wurde geunkt, die CDU würde nach Merkel in ein tiefes personelles Loch fallen. Nun standen gleich drei gute und respektable Kandidaten zur Wahl.

2.     Als Delegierter konnte man keine grundsätzlich falsche Wahl treffen.

In geheimer Wahl wurde letztlich im zweiten Wahlgang Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen Vorsitzenden der CDU gewählt. Wir gratulieren! Und die Fairness gebietet es, dass dieses Ergebnis eines demokratischen Prozesses von allen anerkannt wird und AKK unsere Unterstützung erhält.

 

Noch ein paar persönliche Worte der Kreisvorsitzenden Britta Witte:

 

Ich war auf diesem Parteitag als Gast anwesend, nicht als Delegierte. Hätte ich die Wahl gehabt, ich hätte meine Stimme wohl Friedrich Merz gegeben. Aber so läuft es in der Demokratie: die Mehrheit entscheidet. Das uns nun böse Mails erreichen und Mitglieder austreten, damit war zu rechnen – egal wie das Ergebnis ausgesehen hätte. Verständnis habe ich dafür nicht!

 

Gemessen wird die neue Vorsitzende an ihren Taten und dazu muss man ihr erst einmal Gelegenheit geben und ihr auch zuhören. Nur weil sie eine Frau ist, ist sie nicht automatisch eine Mini-Merkel. Solche und ähnliche Sprüche sind schlicht despektierlich! Blicken wir mal in die Vergangenheit und vergegenwärtigen uns: Aus „Kohls Mädchen“ wurde eine der mächtigsten und anerkanntesten Politikerin der Welt.

 

Schon AKKs erste Amtshandlung, ihr Vorschlag Paul Ziemiak zum Generalsekretär zu wählen und damit die JU, einen Freund von Jens Spahn und Merz Befürworter in die Verantwortung einzubinden, lässt aufhorchen. Offenbar hat sie das Motto des Bundesparteitages – „Zusammenführen. Und zusammen führen“ – verinnerlicht. Also, schauen und erst einmal machen lassen!

 

Foto – Unsere Delegierten Necdet Savural, Anette Randt, Christiane Oertzen und André Bock (nicht dabei Michael Grosse-Brömer) mit dem Landesvorsitzenden der CDU Niedersachsen Dr. Bernd Althusmann