Den Klimawandel spürt man auch im Landkreis Harburg!

Auf Einladung der Kreis CDU kam in der vergangenen Woche Frau Prof. Dr. Daniela Jacob vom Climate Service Center Germany (GERICS) in Geesthacht nach Nenndorf.  Ihr Vortrag trug den Titel: Klimawandel in Norddeutschland – was müssen wir wissen und was können wir tun?

 

Rund 120 Personen waren zu dieser öffentlichen Veranstaltung gekommen und informierten sich in Böttcher’s Gasthaus darüber, wie sich auch bei uns die Auswirkungen des Klimawandels zeigen und was Städte und Gemeinden, aber auch Landwirte und Bauherren in Zukunft berücksichtigen sollten.

 

Prof. Jacob machte deutlich, dass Klimaforscher immer Zeiträume von rund 30 Jahren betrachten und das Veränderungen am Wetterverlauf in diesen langen Zeiträumen durch bloße Betrachtung der tatsächlichen Gegebenheiten festgestellt werden könnten und keineswegs auf Spekulationen beruhen. Sie zeigte anhand einfacher Beispiele – wie z.B. dem Blühbeginn der Forsythien  an einem immer gleichen Standort –, dass die Jahreszeiten sich verschieben und der Frühlingsmonat Mai heute schon aufgrund seiner durchschnittlichen Temperaturen dem Sommer zugerechnet werden müsse. 

 

Von besonderer Bedeutung für die Kommunen wird der ‚wärmere’ Winter sein. Es wird auch künftig kalte und nicht so kalte Winter geben und auch in den ‚wärmeren’ Wintern sehr kalte Tage, aber überwiegend werden die Temperaturen um den Gefrierpunkt liegen. Das heißt, in der Nacht gibt es Frost, am Tag taut es wieder. Der schnelle, häufige Wechsel von Eis und Tauwasser wird unseren Straßen erheblich zusetzen und die Schlaglöcher werden mehr und größer. Ist da der heute verwendete Belag noch der richtige? 

 

Ein weiteres Beispiel: Wir alle können beobachten, dass Starkregenereignisse zunehmen. Ist der Boden durch längere Nassperioden gesättigt oder aber durch große Trockenheit ausgedörrt, können die Wassermassen nicht ausreichend und schnell genug aufgenommen werden. Überschwemmungen sind die Folge. Um das Wasser zu kanalisieren, sind die oftmals von der Bevölkerung als unnötig und überdimensioniert  empfundenen Regenrückhaltebecken dringend notwendig.

 

An diesem Abend konnte ein erster Überblick über die vielschichtigen Auswirkungen und die daraus resultierenden Handlungsfelder gegeben werden. Weitere Veranstaltungen werden sicherlich folgen.