"Land - tu endlich was!"

v.l.n.r. Dr. H.H. Aldag (Kreistag) , W. Fuglsang-Petersen (GS Brackel), A. Bock (MdL), S. Dolle und A. Peters  (GS Hanstedt), C. Oertzen (AK Schule), Y.Kraft (GS Salzhausen)
v.l.n.r. Dr. H.H. Aldag (Kreistag) , W. Fuglsang-Petersen (GS Brackel), A. Bock (MdL), S. Dolle und A. Peters (GS Hanstedt), C. Oertzen (AK Schule), Y.Kraft (GS Salzhausen)

Grundschuleltern übergeben 1.209 Unterschriften

Einig waren sich Eltern, Sozialpädagogen und Vertreter aus der Politik: Das Land muss endlich seiner Verantwortung gerecht werden!

 

Der Arbeitskreis Schule des CDU Kreisverbandes Harburg Land hatte am vergangenen Montag zu einer Diskussion rund um die Frage "Wie geht es weiter mit der Schulsozialarbeit" ins Hotel Sellhorn nach Hanstedt eingeladen. Besondere Brisanz hat das Thema, weil die weitere Finanzierung des Schulsozialarbeit, die zurzeit noch bis Ende des Jahres übergangsweise von Kommunen und Landkreis getragen wird, mit einem großen Fragezeichen versehen ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

"Die Verträge vieler Sozialpädagogen laufen in den nächsten Monaten aus," erläuterte Christiane Oertzen, Vorsitzende des Arbeitskreises, in ihrer Einleitung. "Nach wie vor fehlt ein schon lange angekündigtes einheitliches Konzept des Landes zur Schulsozialarbeit. Ebenso zur Finanzierung, die ist mehr als ungewiss!"

 

Bei der Diskussionsrunde wurde deutlich, dass Schulsozialarbeit für viele Grund- und weiterführenden Schulen ein elementarer Baustein der pädagogoischen Arbeit und aus dem normalen Schulalltag nicht mehr wegzudenken ist. Wie vielfältig diese Arbeit ist und welche Probleme bewältigt werden müssen, erläuterte Friederike Früchtenicht, Sozialpädagogin an der Oberschule Hanstedt den interessierten Zuhörern.

 

CDU-Landtagsabgeordneter André Bock aus Winsen/ Luhe stellte in einem kurzen Vortrag Gesetzesgrundlage und den aktuellen Stand aus Hannover vor. "Es werden zwar jetzt 100 Stellen für Sozialpädagogen ausgeschrieben, aber erst mit viermonatiger Verspätung," empörte sich Bock. "Diese Stellen sind für die wichtige Arbeit mit Flüchtlingskindern vorgesehen, haben daher aber mit der Sicherung der Arbeitsplätze der bereits in den Schulen arbeitenden Sozialpädagogen nichts zu tun."

 

Diese Sorge teilten auch viele der anwesenden Elternvertreter und machten ihrem Unmut und Unverständnis deutlich Luft. Eine Mutter brachte es auf den Punkt: "Sozialpädagogen in Schulen machen pädagogische Arbeit, daher ist aus meiner Sicht die Finanzierung eindeutig Aufgabe des Landes." Nicht nur für Schulen sei dies ein nicht hinnehmbarer Zustand, auch für die betroffenen Slzialpädagogen ist dieser Schwebezustand unbefriedigend. Dies wollten Elternvertreter der Grundschulen Egestorf, Hanstedt, Brackel und Salzhausen/Eyendorf so auch nicht hinnehmen und haben mehr als 1.200 Unterschriften für den Erhalt ihrer Schulsozialpädagogen gesammlet.

 

"Im Moment springen Kommunen und Landkreis ein und finanzieren diese Landesaufgabe, die in Erlassen des Landes ganz eindeutig verankert ist! Wir übernehmen eine Leistung, zu der wir nicht verpflichtet sind," stellte auch der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Dr. Hans-Heinrich Aldag fest. "Das Land ist in der Verantwortung, doch wir werden erneut eine Lösung finden. Die CDU wird sich für den Erhalt der bestehenden Schulsozialarbeit bis Ende 2017 einsetzen und hat einen entsprechenden Antrag zum Kreistag eingereicht. Spätestens dananch muss das Land liefern!"