Bienensterben – nicht nur ein Thema für Honig-Freunde!   

In regelmäßigen Abständen bereist der Kreisvorstand den Landkreis und informiert sich vor Ort zu verschiedensten Themen.

 

Bienensterben – nicht nur ein Thema für Honig-Freunde!

 

Bei dem Stichwort Bienen denken viele in unserer Region im ersten Moment an den leckeren Heidehonig. Doch der viel bedeutendere Nutzen der Bienen liegt in der Pflanzenbestäubung! Kaum eine Wild- und Kulturpflanze trägt Früchte, wenn ihre Blüten nicht zuvor hauptsächlich von der Honigbiene bestäubt wurden. Insofern sind diese Insekten besonders schützenswert und das Thema „Bienensterben“ ein ernsthaftes Problem.

 

Der Kreisvorstand informierte sich nun hierzu in Hollenstedt direkt bei Imker Dingfeld. Zu Gast als Referent war der Schulungsobmann des Kreisimkervereins Stade, Herr Hans-Heinrich von Holleuffer-Kypke.

 

 

 

 

Vier Gründe erklären das Problem:

  

Imker gesucht!

Herr von Holleuffer-Kypke eröffnete seinen Vortrag mit den Worten: „Es sterben nicht nur die Bienen, es sterben auch die Imker.“ Damit gab er bereits einen wichtigen Hinweis zu den Ursachen der abnehmenden Zahl von Bienenvölkern. Honigbienen brauchen Betreuung und Pflege, doch der durchschnittliche Imker ist heute männlich und über 70 Jahre alt, die Imkervereine leiden unter Nachwuchsmangel.

 

Pflanzenschutzmittel richtig anwenden!

Hierzulande unterliegen Pflanzenschutzmittel sowohl für Privat-haushalte als auch für die Landwirtschaft strengen Zulassungs-bestimmungen und sind richtig angewandt keine Bedrohung für die Bienen. Von extremer Bedeutung sind dabei aber die korrekte Dosierung und die strikte Beachtung anderer Gebrauchshinweise wie z.B. den richtigen Zeitpunkt für das Ausbringen des Mittels.

 

Die Varroamilbe

Diese Milbenart stammt ursprünglich aus Asien, ist aber mittlerweile fast weltweit anzutreffen und seit 1978 auch bei uns verbreitet. Die Varroamilbe entwickelt und vermehrt sich in der verdeckelten Brut im Bienenstock, befällt dort die Maden und Jungbienen. Über die Jungbienen gelangt die Milbe in weitere Zellen. Befallene Bienenvölker sterben vorzeitig. Im langjährigen Schnitt sind davon ca. 10 Prozent der Völker betroffen, Tendenz steigend. Zwar ist eine medikamentöse Behandlung möglich, sie wird jedoch oftmals nicht konsequent genug verfolgt.

 

Futter gesucht!

Schon heute kommen Honigbienen nicht mehr überall in Deutschland vor! Ein echtes Problem für die Bestäubung der Pflanzen in diesen Gebieten. Futtermangel ist naben den anderen genannten Gründen ebenfalls eine Ursache. Wohlgenährte Bienenvölker widerstehen auch Krankheiten besser. Doch selbst in unserer Region wird über den Sommer das Futter knapp. Im Frühjahr blühen die Obstbäume, der Raps; im Spätsommer/Herbst blüht die Heide. Doch es gibt ein „Sommerloch“. Hier können alle helfen!

 

Wie können wir helfen?

 

Lasst Blumen sprechen

Über den Sommer sind Blumen nicht nur schön fürs Auge, die richtigen Sorten helfen auch den Bienen. Viele Landwirte legen bereits entlang ihrer Felder Blühstreifen an, manche Kommunen – so gesehen z.B. in Buchholz – bepflanzen ihre Beete, Mittelstreifen und Kreisel mit Wildblumenmischungen. Die KommunalpolitikerInnen der CDU werden sich dafür einsetzen, dass künftig bei Ausgleichsmaßnahmen nicht mehr nur Büsche und Bäume gepflanzt werden, sondern auch Ersatzmaßnahmen in Form von Wildblumenwiesen vorgenommen werden können. Aber auch jeder einzelne Bürger kann auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten mit bunter Blumenvielfalt für Nahrung sorgen.

 

Wir brauchen Imker

Die Imkerei ist ein schönes und nützliches Hobby. Zahlreiche Imkervereine informieren Sie gerne. Es werden Schulungen angeboten und die Neueinrichtung von Bienenstöcken wird sogar finanziell gefördert.

Städte und Gemeinden sollten sich die Unterstützung der Imkervereine auf die Fahnen schreiben.

 

 

BIENEN FÜTTERN IST EINFACH                        aus Die Bundesregierung/ Deutschland aktuell

 

Wie man Bienen helfen kann, zeigen die Initiative „Bienen füttern“ und die „Bienen-App“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Die App gibt’s für alle Smartphones. Sie zeigt, welche Blütenpflanzen besonders „bienenfreundlich“ sind. Darüver hinaus bietet die App viel Hintergrundwissen über Honigbienen, Wildbienen und Wespen.

 

www.bmel.de         -          Stichwort „Nutztierhaltung“, Kapitel „Bienen“