"Zukunftsfähige Rahmenbedingungen für das deutsche Handwerk"- welche Weichen müssen im Landkreis, in Niedersachsen und in Brüssel gestellt werden? -

Rund 50 Zuhörer – darunter viele Handwerker – besuchten die Podiumsdiskussion des CDU Ortsverbandes Winsen (Luhe) zum Thema zukunftsfähige Rahmenbedingungen für das deutsche Handwerk – welche Weichen müssen im Landkreis, in Niedersachsen und in Brüssel gestellt werden?

Auf dem Podium saßen Björn Thümler, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Rainer Rempe, 1. Kreisrat und Landratskandidat der CDU für den Landkreis Harburg, Andreas Baier, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft des Kreises Harburg und Matthias Maedge, Kandidat der CDU zur Wahl des Europäischen Parlaments. Moderiert wurde die Runde von Dr. Josef Schlarmann, Rechtsanwalt und ehemals Bundesvorsitzender der CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung.
 
 

Auf der Agenda ganz oben stand die Frage, wie man mehr junge Menschen für den Handwerksberuf gewinnt. Andreas Baier von der Kreishandwerkerschaft, sprach die personelle Situation an den Berufsbildenden Schulen an: „Es fehlen Fachlehrer! In Winsen ist sogar die entsprechende Schulleiter-Position seit einem längeren Zeitraum vakant“.

Björn Thümler weist darauf hin, dass die derzeitige rot-grüne Regierung bei der Unterrichtsversorgung von Berufsbildenden Schulen spare, da sie andere Schulformen favorisiert. Thümler: „Dabei sind richtig gut ausgebildete Handwerker – dank unseres hervorragenden dualen Ausbildungssystems – weltweit gefragt!“

Rainer Rempe sieht noch andere Fehlentwicklungen: „Eltern, Schüler und Lehrer sollten besser über die positive Entwicklung des Handwerks informiert werden. Aufgrund von Technisierung ist das heutige Handwerk mit dem vor 30 Jahren nicht zu vergleichen. Es bietet gute Perspektiven. Das heutige Berufsbild müsste der Gesellschaft durch entsprechende Imagekampagnen vermittelt werden“.
 
Der Moderator Dr. Josef Schlarmann wendete sich an den EU-Kandidaten Matthias Maedge: „Wie stehen die Chancen, dass unser Duales Ausbildungssystem ein Exportschlager in Europa wird?“ Maedge ist überzeugt, dass sich diese Ausbildungsform im Wettbewerb durchsetzt: „Sie ist gut und hat sich bewährt!“. Diesen Optimismus teilten nicht alle, Björn Thümler bestätigte jedoch für die CDU in Niedersachsen: „Wir werden den Meisterbrief schützen!“.


Zum Schluss war der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Andreas Baier, aufgefordert, die Forderungen des Handwerks an die anwesenden Politiker zu formulieren: „An den Bund: Erhalt des Meisterbriefs und eine vernünftige Gesetzgebung bzgl. der Sozialsysteme. An das Land: Änderung des Landesvergabegesetzes; nicht nur der Preis, auch anderen Faktoren müssen mehr Berücksichtigung finden. An den Kreis: die Rahmenbedingungen sind grundsätzlich gut; ich wünsche mir von Herrn Rempe weitere und noch stärkere Beteiligung an Projekten, um junge Menschen fürs Handwerk zu interessieren und dafür fit zu machen“.